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30.09.2017

 

 

SPRACHTIPPS UND NACHRUFE AUF VERBANDSMITGLIEDER

 

 

 

 

SPRACHTIPPS

 

FALSCHES WORT WAFFENSEGNUNG

Am Nationalfeiertag gab es wieder die Informations- und Leistungsschau des Österreichischen Bundesheeres auf dem Wiener Heldenplatz. Ein guter Anlass, auf das falsche Wort Waffensegnung hinzuweisen. Wir danken Vorstandsmitglied Nadja Rossmanith, PR Militärordinariat, für die vom Institut für Religion und Frieden (www.irf.ac.at/) erstellte Begründung, weshalb das Wort Waffensegnung keine Gültigkeit besitzt:
 
Für die neuere Geschichte gibt es keine Belege für eine Segnung von Waffen durch die Katholische Kirche im liturgischen Kontext. Während des Ersten Weltkriegs wurde jedoch in Gebeten und Schriften um das „Segnen der Waffen“ und somit um den Sieg über den Feind gebeten. In diesem Sinn ist „Waffensegen“ auch in patriotischer/propagandistischer Literatur zu finden (z.B. Rossegger/Kernstock „Steirischer Waffensegen“, 1916; z.B. in der Literaturgeschichte der „Waffensegen“ Goethes).
 
In älteren Ausgaben des Pontifikale Romanum (Bischof) findet sich im Rahmen der Ritterpromotion auch die Segnung des Schwertes und des Trägers. Eine Reminiszenz an diese Praxis findet sich in der Säbelsegnung bei der Ausmusterung der Offiziere an der Militärakademie in Wiener Neustadt. Im Rituale Romanum (Priester) existieren seit 1614 keine derartigen Segensformeln.
 
Belegt ist die Verbreitung diverser Zaubermittel/-formeln, Schutzbriefe und auch Waffensegen genannter Praktiken unter Soldaten. Die Kirchen wie auch die weltlichen Instanzen haben sich gegen diese „Waffenbeschwörung“ oder „Waffenbesprechung“ genannten Praktiken ausgesprochen.

 


TIPPS FÜR DIE BERICHTERSTATTUNG ÜBER GEWALT

 

 
WEITERE TIPPS FÜR DIE BERICHTERSTATTUNG ÜBER (HÄUSLICHE) GEWALT –

Nachbereitung und Online-Foren

NACHBEREITUNG
Erscheinungsdatum des Artikels, Medium, in dem er erscheint, Sendetermin, Wiederholung und Weiterverwertung des Beitrags müssen an die Betroffene kommuniziert werden. Schicken Sie Ihren Beitrag nach der Veröffentlichung zu. Fragen Sie nach, wie die Betroffene/der Betroffene Ihre Berichterstattung einschätzt.


ONLINE-FOREN
KONTER GEBEN: Gegen meutenähnliche Äußerungen von Hass, speziell Hass auf Frauen in Online-Foren kann konzertierter und konzentrierter Widerspruch durchaus nützen. Vorsicht! Das gilt nicht, wenn man/frau selbst beleidigt wurde! Gerade im Gender-Zusammenhang provoziert Online-Gegenwehr in diesem Fall meist noch Schlimmeres.
RASCH HANDELN: Ein/e HassposterIn bleibt selten allein, sondern zieht rasch viele ähnlich Gesinnte an. Daher gilt: Beleidigende Postings oder Wortmeldungen in sozialen Medien so rasch wie möglich kommentarlos entfernen oder – via Meldefunktion – entfernen lassen.

ANZEIGEN: Werden Sie oder andere online bedroht oder wird gegen Sie, jemand anderen oder gegen eine Gruppe gehetzt, sollten Sie dies bei der Polizei oder der zuständigen Staatsanwaltschaft zur Anzeige bringen. Je öfter es (trotz aller Hinderungsfaktoren) zu Verfahren gegen HassposterInnen kommt, umso weiter verbreitet sich, dass das kein Kavaliersdelikt ist.

RICHTIGES TIMING: JournalistInnen und andere Menschen, die Texte zu einem konflikthaften Thema wie Gewalt an Frauen online stellen, sollten auf den passenden Zeitpunkt achten: Nur dann veröffentlichen, wenn in den Stunden/ Tagen danach genug Leute für die Forenwartung zur Verfügung stehen.


FOREN SPERREN: Können Hassposting-Angriffe, etwa aus Zeitmangel, nicht ordentlich gemanagt werden, sollte die Kommentarfunktion vorübergehend deaktiviert werden.

Aus dem Leitfaden „Verantwortungsvolle Berichterstattung für ein gewaltfreies Leben“, http://www.aoef.at, www.gewaltfreileben.at 

 



EMPFEHLUNGEN FÜR EINEN VERANTWORTUNGSVOLLEN UMGANG MIT DEN RECHTEN DER BETROFFENEN
GEBEN SIE DEM PERSÖNLICHKEITSSCHUTZ UND DER WAHRUNG DER ANONYMITÄT VON BETROFFENEN VORRANG:
‒      Bedenken Sie, dass es zur Vermeidung der Erkennbarkeit des Opfers in Artikeln und somit zur Vermeidung von Persönlichkeitsverletzungen keine Patentrezepte wie z. B. den berühmten schwarzen Augenbalken gibt.

‒      Haben Sie Zweifel daran, ob das Opfer durch Ihren Beitrag identifiziert werden könnte, geben Sie dem Opferschutz den Vorrang und lassen Sie identifizierende Details in der Berichterstattung konsequent weg.

‒      Berücksichtigen Sie, dass es in Ihnen gegebenenfalls wenig bekannten Kulturkreisen Erkennungsmerkmale geben könnte, die Ihnen gar nicht als solche bewusst sind und die schnell dazu führen könnten, dass das Umfeld der Betroffenen über eine Gewalttat unerwünscht Kenntnis erlangt.

PERSÖNLICHKEITSSCHUTZ IST AUCH EINE FRAGE DER ERFAHRUNG:

Ohne Kenntnis der juristischen Grundlagen und einschlägigen, sich ständig ändernden Rechtsprechungen ist es oft schwierig, die richtige Entscheidung zu treffen. Holen Sie sich im Zweifel professionellen juristischen Rat.

EMPFEHLUNGEN DES ÖSTERREICHISCHEN PRESSERATS
ANONYMITÄT WAHREN: Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind, dürfen durch die Berichterstattung nicht ein zweites Mal zum Opfer gemacht werden. Journalistinnen und Journalisten sollten daher möglichst anonymisiert über ein Gewaltopfer berichten.
RESPEKT UND PERSÖNLICHKEITSSCHUTZ: Bei der Berichterstattung und Visualisierung müssen jederzeit die Menschenwürde und die Intimsphäre der Betroffenen gewahrt werden. Dabei gilt es auch die Situation der Angehörigen und ihren Anspruch auf Persönlichkeitsschutz zu berücksichtigen.

UNTERSTÜTZUNG DURCH DEN PRESSERAT: Betroffenen steht der Presserat kostenlos zur Verfügung, auch jede Leserin und jeder Leser kann sich mit einer formlosen schriftlichen Mitteilung zu einem Artikel an den Presserat wenden, der dann diesen Artikel medienethisch überprüft.

Weitere Informationen zur Kampagne „GewaltFREI LEBEN“ finden Sie auf der Website unter www.gewaltfreileben.at sowie auf www.facebook.com/gewaltfreileben und twitter.com/gewaltfreileben

 
DIFFERENZIERTES BILD: Vermitteln Sie ein umfassendes und differenziertes Bild von häuslicher Gewalt als gesellschaftliches (nicht individuelles) Problem und zeigen Sie Ausmaß und Bandbreite von geschlechtsbasierter Gewalt auf.

HINTERFRAGEN Sie journalistische Auswahlentscheidungen und erweitern Sie das Spektrum der Gewalttaten, über die berichtet wird. Gerade weniger spektakuläre Fälle bieten Betroffenen Anknüpfungspunkte. Berichte über die verschiedenen Gewaltformen und -dynamiken, insbesondere über psychische Gewalt helfen, Gewaltbeziehungen als solche zu identifizieren.

HINTERGRÜNDE: Behandeln Sie bei Berichten über Gewalt an Frauen gesellschaftliche Hintergründe von Männergewalt wie traditionelle Männlichkeitsbilder und die historisch gewachsene Ungleichstellung von Männern und Frauen, die bis heute den Boden für Gewalt bietet.


WAS DIREKTE GEWALT IST, SPEZIELL GEWALT AN FRAUEN


Körperliche/physische Gewalt: schlagen, boxen, zwicken, stoßen, an den Haaren ziehen, treten, verbrennen, würgen, verletzen oder bedrohen mit Waffen, Mordversuche und Morde.

Psychische Gewalt: Drohungen, Nötigungen, Psychoterror, Erniedrigung, Verbote, Vorschriften und Isolation oder Stalking.

Sexuelle Gewalt: alle sexuellen Handlungen, die durch Zwang und ohne ausdrückliche Zustimmung des Opfers zustande kommen, wie sexuelle Nötigung bis hin zu Vergewaltigung.

Ökonomische Gewalt: Verheimlichen von Einkommens- und Vermögensverhältnissen, ungerechte Verteilung der Geldmittel innerhalb der Familie, das Verbot, ein eigenes Bankkonto zu besitzen oder einem Beruf nachzugehen.

Aus dem Leitfaden „Verantwortungsvolle Berichterstattung für ein gewaltfreies Leben“, http://www.aoef.at, www.gewaltfreileben.at 

 

IPPS FÜR POSITIVE BERICHTERSTATTUNG BEI NEGATIVEN BERICHTEN ÜBER GEWALT IN BEZIEHUNGEN

Berichten Sie auch über das Leben nach einer Gewaltbeziehung, über auf Gleichstellung basierende Beziehungen, über Perspektiven und die Vision eines Lebens frei von Gewalt.

Zeigen Sie auch positive Beispiele von Strategien zur Gegenwehr oder erfolgreiche Interventionen z. B. von Verwandten oder Bekannten oder (bei Gewalt an Frauen) wo Männer ihr gewalttätiges Verhalten überwunden haben. Survivor-Frauen oder „Überlebende“, die den Weg aus einer Gewaltbeziehung geschafft haben, können als Rollenvorbilder betroffene Frauen motivieren, ermutigen und bestärken.

Stellen Sie sicher, dass die Servicebereiche Ihres Mediums die wichtigsten Anlaufstellen und Notfallnummern enthalten wie beispielsweise die Telefonnummer der österreichischen Frauenhelpline 0800 / 222 555.

Repräsentieren Sie auch den Mut, die Anstrengung und die Entschlossenheit, mit denen Betroffene von Gewalt versuchen, Abwehrstrategien und Handlungsressourcen zu mobilisieren, um in Gewaltbeziehungen zu überleben bzw. aus diesen auszubrechen.

Aus dem Leitfaden „Verantwortungsvolle Berichterstattung für ein gewaltfreies Leben“, http://www.aoef.at , www.gewaltfreileben.at
 

 

TIPP 3 FÜR INTERVIEWS MIT VON GEWALT BETROFFENEN
SCHREIBEN:


      Durch die Verwendung von Passiva machen Sie das Opfer erneut zum Opfer. Verwenden Sie daher besser das Wort „Opfer“ nicht.

      Fotos sollten nur mit ausdrücklicher Genehmigung gemacht werden und vor allem die Würde der Überlebenden sichern.

      Lassen Sie Ihren Text durch die Betroffenen gegenlesen, nehmen Sie die Anmerkungen sehr ernst.









TIPPS FÜR INTERVIEWS MIT VON GEWALT BETROFFENEN

Vorbereitung 
 
Was ist Ihr Anliegen? Voyeurismus ist keine Basis für eine Berichterstattung, wenn dies das Motiv ist: Lassen Sie Betroffene in Ruhe.
Ist der Zeitpunkt gut gewählt, hat die Betroffene/der Betroffene noch Wichtigeres zu bewältigen? Betroffene brauchen Zeit und Ruhe, hektische Reporter und Reporterinnen, die mit dem Redaktionsschluss argumentieren, sind fehl am Platz.
Melden Sie sich am besten mit einem E-Mail an, fahren Sie nicht einfach hin. Respektieren Sie ein „Nein“.
Besprechen Sie den Interviewablauf durch, am besten Sie planen ihn gemeinsam mit der Betroffenen/dem Betroffenen.


Vor-Ort-Interviews 

      Wenn Sie das Interview vor Ort des Geschehens führen, sorgen Sie für Sicherheit, Ruhe und Schutz vor neugierigen PassantInnen.

      Stellen Sie sich und das Medium, für welches Sie arbeiten, ausführlich vor. Bedenken Sie: Betroffene sind im Ausnahmezustand und brauchen daher immer etwas mehr an Informationen. Sprechen Sie nicht zu schnell dabei.

      Seien Sie respektvoll, auch bei einer heftigen Ablehnung sollten Sie ruhig bleiben.

      Informieren Sie sich über das Geschehene, das erspart Betroffenen eine schmerzliche Erinnerung, nehmen Sie sich wirklich ausreichend Zeit.

      Akzeptieren Sie eine Vertrauensperson, die Betroffene begleitet.

      Machen Sie deutlich, dass das Interview jederzeit abgebrochen werden kann und auf Verlangen nicht verwendet wird.

      Vereinbaren Sie dafür ein Stoppsignal, zum Beispiel Handheben. In einer akuten Phase können traumatisierte Menschen ihre Bedürfnisse oft nicht artikulieren.

      Fragen Sie ruhig, sachlich und nicht zu mitfühlend. Dies ist kein Gespräch unter Freunden.

      Hören Sie zu und bohren Sie nicht nach. Verlangen Sie keine anschaulichen Details. Achtung Trigger (Schlüsselreiz)! Das Erlebnis kann auf eine Weise auftauchen, die für die Betroffenen kaum zu verarbeiten ist.

      Sagen Sie nie: „Ich weiß, wie Sie sich fühlen“ oder Sinngleiches. Denn das wissen Sie nicht. Also lassen Sie es sein.



Aus dem Leitfaden „Verantwortungsvolle Berichterstattung für ein gewaltfreies Leben“, http://www.aoef.at, www.gewaltfreileben.at


TIPP 4 ZUR BERICHTERSTATTUNG ÜBER GEWALT

BEGRIFFE: Benennen Sie Gewalt als Gewalt und überprüfen Sie Begriffe und Formulierungen auf mögliche unerwünschte Effekte wie Verharmlosung und Bagatellisierung. Unterlassen Sie insbesondere Formulierungen, die eine (Teil-)Schuldzuweisung an Betroffene auch nur andeuten könnten, um so sekundären Viktimisierungen (zum Opfer machen, was auf den Vorgang der kriminellen Schädigung einer Person abstellt) entgegenzuwirken und Betroffene in ihrem Recht auf ein gewaltfreies Leben zu unterstützen.
BETROFFENE: Behandeln Sie Betroffene mit Respekt und bewahren Sie ihre Würde. Unterstützen Sie sie durch realitätsgerechte Darstellungen. Stellen Sie sie nicht nur passiv, verwundet, ohnmächtig dar, sondern in ihrem Kontext.

Aus dem Leitfaden „Verantwortungsvolle Berichterstattung für ein gewaltfreies Leben“, http://www.aoef.at , www.gewaltfreileben.at



URHEBERRECHTSNOVELLE

Nicht nur freie Medienleute sollten sich mit den Möglichkeiten beschäftigen, zusätzlich über die Urheberrechtsbestimmungen Geld zu verdienen.
Die Novelle tritt am 1. Oktober 2015 in Kraft. Neben weiteren Regelungen zum Filmurheberrecht oder zum Zitatrecht führt diese Novelle eine Vergütungspflicht für alle Speichermedien ein, ferner regelt sie das Zustandekommen der entsprechenden Tarife einschließlich der bestehenden Reprographievergütung und die Nutzung von urheberrechtlich geschützten Werken in Lernplattformen im Intranet. Außerdem wird eine sehr weitgehende Schrankenregelung zu Gunsten von Wissenschaftsbibliotheken geschaffen.
Mehr dazu in der Info der litera mechana.
Infos: http://literar.at/docs/default-source/downloads/mitgliederinformation-urhg-novelle-2015.pdf
Wir empfehlen, sich anzusehen, ob die Verwertungsgesellschaft litera mechana Ihnen Zusatzhonorare verschaffen kann.


TIPPS ZUR BERICHTERSTATTUNG ÜBER GEWALT AN FRAUEN

LÜCKEN SCHLIESSEN: Recherchieren und berichten Sie auch über marginalisierte Gruppen, wie zum Beispiel Gewalt an Frauen im Pflegebereich, an älteren Frauen und Frauen mit besonderen Bedürfnissen (Gehörlosigkeit, Lernschwierigkeiten, körperliche Behinderungen etc.). Greifen Sie auch marginalisierte Themen auf (z. B. finanziell teilweise prekäre Situation von Frauenhäusern oder Hilfseinrichtungen, fehlende Anerkennung von geschlechtsbasierter Gewalt vor Gericht, u. ä. m. ).


ZUSATZINFORMATIONEN:
Erschließen Sie sich zusätzliche Informationsquellen neben Polizei und Justiz wie z. B. Frauenhäuser und Anti-Gewalt-ExpertInnen aus der Forschung und Praxis, thematisieren Sie Gewalt an Frauen in unterschiedlichen Ressorts und unter verschiedenen Aspekten.

KONTEXTE: Betten Sie auch tagesaktuelle Fallberichte in einen größeren gesellschaftlichen Kontext ein, diskutieren Sie Hintergründe und Folgen, die Wirksamkeit von Gesetzen oder die Vorgangsweise von Institutionen und weisen Sie auf Hilfsangebote hin.


Aus dem Leitfaden „Verantwortungsvolle Berichterstattung für ein gewaltfreies Leben“, http://www.aoef.at , www.gewaltfreileben.at

 






TIPP 1 ZUR BERICHTERSTATTUNG ÜBER GEWALT AN FRAUEN

Nach der Serie mit den Tipps zur Armutsberichterstattung bringen wir nun aus leider aktuellem Anlass (Graz-Amokfahrt) laufend Tipps für die Berichterstattung über Gewalt an Frauen. Wir danken dafür dem Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF), der soeben seine Kampagne „GewaltFREI LEBEN“ startete.

GEWALT BETRIFFT ALLE: Machen Sie deutlich, dass geschlechtsbasierte häusliche Gewalt in allen Bevölkerungsgruppen und sozialen Schichten vorkommt und vermeiden Sie Hinweise auf Herkunft oder Religion von Beteiligten, wenn diese im Kontext der Geschichte nicht relevant sind.

VORURTEILE NICHT VERSTÄRKEN: Reduzieren Sie Gewalt in Familien mit Migrationshintergrund nicht auf kulturelle oder ethnische Faktoren, sondern thematisieren Sie strukturelle Hintergründe durch ungleiche Geschlechterverhältnisse und spezifische Belastungen durch Mehrfachdiskriminierung.

Aus dem Leitfaden „Verantwortungsvolle Berichterstattung für ein gewaltfreies Leben“, http://www.aoef.at, www.gewaltfreileben.at 

 

Illegale. Das „AP Stylebook“, das in Fragen der Grammatik, Interpunktion und Nomenklatur richtungsweisend für so gut wie jede amerikanische Redaktion ist, rät dazu, statt „illegaler Einwanderer“ („illegal immigrants“ oder „illegal aliens“) von Personen zu schreiben, die „illegal oder ohne rechtliche Erlaubnis in ein Land kommen oder dort leben“ (im englischen Original: „living or entering a country illegally or without legal permission“).
Oliver Grimm, Die Presse, 9. 4. 2013, http://diepresse.com/home/meinung/marginalien/1386274/USMedien-schaffen-die-illegalen-Immigranten-ab

 

TIPPS FÜR ARMUTSBERICHTERSTATTUNG

FOTO/FILM-TIPPS ZUR ARMUTSBERICHTERSTATTUNG


Menschen aktiv darstellen:
In der Berichterstattung sollen die unterschiedlichen Rollen, die eine Person in der Gesellschaft einnimmt, beachtet werden und Menschen mit Armutserfahrung bei unterschiedlichen Aktivitäten gezeigt werden. Sie sitzen am Computer, lesen in der Zeitung, spielen Fußball, engagieren sich ehrenamtlich in einem Pflegeheim oder einer Theatergruppe …

Kreative Anonymisierung

Es gibt viele Möglichkeiten, Menschen auf Bildern unkenntlich zu machen: Fotografieren von der Seite/von hinten, Gesicht hinter Trinkglas verdecken, Gesicht im Vordergrund unscharf oder Bewegungsunschärfe,...

Mitsprache bei der Bildauswahl

Der fotografierten/gefilmten Person sollte vor Erscheinen die Möglichkeit gegeben werden, das Material zu sehen bzw. sogar Mitsprache bei der Auswahl zu haben.

Klischeebilder

Die Zeiten der Klischees sollten endlich der Vergangenheit angehören: Menschen mit Zigarette im Mundwinkel, mit der Flasche am Straßenrand lungernd und in Fetzen gehüllt. Auch Menschen mit weniger Einkommen besitzen oft noch schöne Kleidung – Armut ist nur selten an der Kleidung zu erkennen.

Bitte beachten
Verpixelte Gesichter und schwarze Balken:
Derartige Anonymisierungen stellen Menschen ins kriminelle Eck und stigmatisieren.

Nicht automatisch ins Archiv: Fotos von Armutsbetroffenen dürfen nicht automatisch ins Bild-Archiv wandern. Die Abgebildeten müssen gefragt werden, ob ihre Bilder auch in anderen Kontexten verwendet werden dürfen.

Aus dem Leitfaden für respektvolle Armutsberichterstattung, Armutskonferenz: http://kath-publizisten.at/kathpub/images//armkon_leitfaden_armutsberichterstattung.pdf

Bitte beachten: Kamera auf Augenhöhe

Fotografieren/filmen auf Augenhöhe signalisiert Respekt und Verständnis.

Bitte vermeiden: Teleobjektiv
Respektvoller Umgang mit Menschen ist aus so großer Distanz kaum möglich, Seherinnen und Sehern wird der Eindruck vermittelt, dass hier Unerlaubtes durch das Schlüsselloch beobachtet wird.

Menschen zeigen wie sie sind: Das wichtigste ist, die Menschen so zu zeigen wie sie sind und nicht zu erwarten, dass sie einem bestimmten Bild von Armut entsprechen. Armutsbetroffene müssen sich nicht dafür rechtfertigen, ein schönes Sakko anzuhaben oder einen Fernseher zu besitzen. Wenn eine Interviewpartner oder eine Interviewpartnerin die Zigarettenschachtel im Bild haben will, dann ist das genauso zu respektieren wie der Wunsch, diese lieber wegzulassen. Jedoch sollte darüber gesprochen werden, welche Wirkung Bilder auf die Zuschauenden haben können.
Aus dem Leitfaden für respektvolle Armutsberichterstattung, Armutskonferenz: http://kath-publizisten.at/kathpub/images//armkon_leitfaden_armutsberichterstattung.pdf

Aus dem Leitfaden für respektvolle Armutsberichterstattung, Armutskonferenz: http://kath-publizisten.at/kathpub/images//armkon_leitfaden_armutsberichterstattung.pdf

SPRACHTIPPS ZUM THEMA ARMUTSBERICHTERSTATTUNG

 
Bitte vermeiden: Sozialschmarotzer, soziale Hängematte

Begriffe wie diese diskriminieren Armutsbetroffene. Sie wurden erfunden, um eine populistische Neiddebatte anzuheizen und gegen Betroffene Stimmung zu machen.

Bitte nehmen: Menschen mit geringem Einkommen oder Menschen mit einem Einkommen unter der Armutsgrenze
Diese Ausdrücke bezeichnen einen spezifischen Aspekt von Armut: den der Einkommensarmut.

Bitte vermeiden: Unschuldig in Not geraten
Dieser Begriff unterstellt, dass Armut eine Frage der persönlichen „Schuld“ ist. Sie hat aber viele Ursachen – die stärksten Auswirkungen haben Wirtschaftskrisen, Arbeitslosigkeit, nicht leistbares Wohnen und Krankheit. Die Spaltung in „Würdige“ und „Unwürdige“ erhöht die Armut im Land, weil Gruppen definiert werden, die keine Hilfe „verdienen“.


Bitte verwenden: Ökonomisch benachteiligt
Der Begriff weist darauf hin, dass Armut mit Benachteiligungen verbunden und strukturell bedingt ist.

Bitte vermeiden: Arbeitsscheu

Dass Menschen keine Erwerbsarbeit haben, hat mit sehr unterschiedlichen Gründen zu tun: geringe Qualifizierung, zu wenig Jobs am Arbeitsmarkt, niedriges Selbstbewusstsein in Folge von Langzeitarbeitslosigkeit, gesundheitliche Beeinträchtigungen. Es hat kaum damit zu tun, dass jemand „arbeitsscheu“ ist.

 

Bitte vermeiden: Sozial schwach
Von Armut betroffene Menschen sind nicht sozial schwach, sondern im Gegenteil oft sozial stark vernetzt und ehrenamtlich engagiert. Der Begriff „sozial schwach“ suggeriert, dass Armutsbetroffene keine sozialen Kompetenzen haben.


Bitte verwenden: Menschen mit Armutserfahrung
Der Begriff Armutserfahrung drückt aus, dass Menschen, die Armut erfahren, durchaus auch Experten und Expertinnen ihrer Situation sind.

Bitte vermeiden: Die Armen
Menschen sind mehr als „arm“, Armut verweist lediglich auf eine ihrer Lebens-bedingungen – das niedrige Einkommen.

Bitte verwenden: Von Armut betroffen
Mit diesem Ausdruck wird klar gestellt, dass „arm“ sein keine Wesenseigenschaft ist und kein selbstgewählter Zustand.

Bitte vermeiden: Armutskarriere

Karriere hat üblicherweise etwas mit erfolgreicher Berufstätigkeit zu tun. Im Zusammenhang mit Armut könnte er mit Begriffen wie „geplant“, „bewusst“, „selbstgewählt“ assoziiert werden. Von Betroffenen wird er als zynisch empfunden.

Bitte verwenden: Männer, Frauen, Kinder, die aus unterschiedlichen Gründen in Armut leben (müssen)
Diese Beschreibung weist auf strukturelle Ursachen für Armut hin.
 

Fakten, aber die richtigen!

Statistiken und Daten zu Armut und sozialer Ausgrenzung gibt es viele. Für die konkrete Berichterstattung müssen die richtigen und in diesem Zusammenhang passenden Informationen gefiltert werden. Bei der Suche nach Begriffsdefinitionen und Zahlen helfen ExpertInnen und Dokumente, wie sie auf www.armutskonferenz.at bzw. www.allesueberarmut.at zu finden sind. Die jeweils aktuellen Armutsstatistiken (EU SILC) finden sich auf der Seite der Statistik Austria www.statistik.at.

 
SPRACH-TIPPS ANTIJÜDISCHE PHRASEN

Verbandsmitglied Markus Himmelbauer, PR Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit, http://www.christenundjuden.org , stellte antijüdische Phrasen und Stereotype zusammen.

Gesetzesgehorsam
Den Gesetzesgehorsam haben christliche Prediger innigst ins Herz geschlossen, um das eigene Bekenntnis vom Judentum als dunkler Folie abzuheben. Grundsätzlich sähe es auf der Welt wohl besser aus, wenn alle die Gebote der Tora oder zumindest nur die Zehn Gebote gehorsam halten würden. Aus jüdischer Sicht ist klar, dass die Befolgung der Gebote zur Freude an Gott, zur Gerechtigkeit und zur Freiheit führt.
 


Alttestamentarischer Gott
Der Gott und Vater Israels, wie er sich im jüdischen Tanach –
dem christlichen Alten Testament: daher richtigerweise alttestamentlich! – offenbart, ist der Vater Jesu Christi. Seine Liebe und Erbarmen sind grenzenlos. Die Gegenüberstellung zur „christlichen Liebe“ dient dazu, uns gegenüber den Anderen, den Juden, als besser herauszustellen. Abgesehen vom biblischen und theologischen Unsinn dieser Gegenüberstellung: Sind wir Christinnen und Christen wirklich besser?

 

Israelkritik

Das Stereotyp vom alltestamentlichen Rachegott
wird immer wieder auch auf den jüdischen Staat Israel angewendet, um so den Nahostkonflikt zu deuten. Kritik am Staat Israel sollte durch die Prüfung der „Drei D“ gehen und so klären, ob sie gerechtfertigt ist: Dämonisiert sie den Staat Israel, dient sie seiner Delegitimierung und setzt sie doppelte Standards?

 

TRAUER UM VERBANDSMITGLIEDER 2017

 
Wir trauern um Drago Klemenčič, den slowenische Freund unseres Verbandes


Am Lichtmeßtag 2017 starb Dr. Drago Klemenčič, 79, an Herzversagen. Drago Klemenčič war eine der bedeutenden slowenischen Journalistenpersönlichkeiten. Gemeinsam mit dem unvergessenen Chef des großen slowenischen katholischen Verlagshauses „Dru˛ina“, Dr. Ivan Merlak († 2015), stand er 1974 als Chefredakteur der Kirchenzeitung „Dru˛ina“ („Familie“) vor dem kommunistischen Gericht, weil die „Dru˛ina“ mit ihrem Engagement für die Mission in Afrika sehr erfolgreich war. In zwei Jahren liefen acht Prozesse und Ivan Merlak war stets überzeugt, dass beide nur freikamen, weil unsere Verbandsmitglieder in ganz Europa darüber berichtet und dagegen protestiert haben. 1991 ging Drago Klemenčič als Redakteur zum RTV, der öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalt Sloweniens. Janez Gril, der uns von seinem Tod berichtete, wurde sein Nachfolger bei der „Dru˛ina“. Bei zahlreichen länderübergreifenden Journalistentreffen auch im Rahmen der nicht mehr bestehenden Weltunion katholischer Presse (UCIP) wurde Dr. Drago Klemenčič uns als brillanter und liebenswürdiger Journalist und Theologe vertraut. Das Sterbliche an Dr. Drago Klemenčič ruht am Friedhof von St. Toma˛/Nova Gorica (Gorizien).

 

 

 

TRAUER UM VERBANDSMITGLIEDER IM JAHR 2016

KOMMERZIALRAT JULIUS KAINZ
Der Publizistenverband trauert um den großen Publizisten Julius Kainz. Er war ein Styrianer durch und durch und kam doch nicht aus der Hochschulgemeinde, sondern aus der Katholischen Landjugend. Der Südsteirer, der 1935 in Weitersfeld bei Mureck geboren wurde, arbeitete leidenschaftlich, intensiv und gleichzeitig unaufgeregt am wirtschaftlichen Erfolg der Printmedien: Für Kleine Zeitung, Kurier und Presse schuf er tragende Fundamente als Verlagschef, Styria-Vorstand, Generalbevollmächtigter, Geschäftsführer und Herausgeber. Dazu war er APA-Vorstandsmitglied, Präsident des Verbandes Österreichischer Zeitungen und Finanzvorstand des Weltzeitungsverbandes IFRA.
Mit seiner Pfeife in der Hand stand Kommerzialrat Julius Kainz meist am Rande eines Medien-Events und bestimmte dennoch nahezu alles mit. „Sir der Zeitungswelt“ schrieb Verbandsmitglied Dietmar Neuwirth in seinem Presse-Nachruf, und dass Kainz „einer jener Verleger “ war, „denen es nie in den Sinn gekommen ist, dass ein Medium wirtschaftlich konkurrenzfähig zu machen sich im Reduzieren von (Personal-)Kosten erschöpft“. VÖZ-Präsident Thomas Kralinger, Kurier, sprach vom VÖZ-Ehrenpräsidenten Julius Kainz als „einem Medienmenschen, dessen Handeln von einem starken moralischen Kompass geprägt war“.
Julius Kainz starb am 26. September. Im Grazer Dom, dessen Kuratorium er als Vorsitzender leitete, wurde das Requiem gefeiert, und das Sterbliche an ihm wurde am Grazer St. Leonhard-Friedhof beigesetzt.

 

FRITZ KOFLER

Journalistisches Urgestein – diesen Titel trug Fritz Kofler, der am 5. März knapp vor seinem 84. Geburtstag starb, zu Recht: Er arbeitete bereits unter Figl und Raab als Pressesprecher, war als Journalist der "Österreichischen Neuen Tageszeitung" beim Staatsvertrag dabei, war Redakteur der legendären steirischen Südost-Tagespost und dann Pressereferent der Steirischen Wirtschaftskammer.  
Seine Erscheinung in der Grazer „Fleetstreet“, der  Stempfergasse mit ihren vier Redaktionen, darunter die Tagespost, war imposant. Der Blick von der Redaktion über die Herrengasse auf das Landhaus hatte journalistische Konsequenzen. Als Redakteur der ÖVP-Parteizeitung schrieb er Reden für ÖVP-Granden; „Der Redenprofi“ hieß auch die Internet-Agentur, die Fritz Kofler nach seiner Pensionierung gründete.

MKV und ÖCV trauern um einen „Großen des Couleurstudententums“, wie es in der Parte für Fritz Kofler heißt: „Sein Herz schlug für die Jugend, und wo er war, herrschten Optimismus und Freude, Begeisterung und Engagement. Die Zukunft mitzugestalten – das war seine Vision.“ Fritz Kofler war Träger zahlreicher Auszeichnungen, darunter das Große Ehrenzeichen des Landes Steiermark.

Das Sterbliche an Fritz Koller wurde am Grazer St. Peter-Stadtfriedhof beigesetzt.  

Parte MKV und CV:
http://kath-publizisten.at/kathpub/images//parte_fritz%20kofler%20v.%20diogenes.pdf

Ein Artikel über Fritz Kofler, den Fritz Sittinger 2005 in der „Presse“ schrieb:
http://kath-publizisten.at/kathpub/images//ernst%20sittinger%20u%26%23776%3Bber%20fritz%20kofler_die%20presse_2005.pdf

 

 

TRAUER UM VERBANDSMITGLIEDER IM JAHR 2015

 

PRÄLAT OSTR. PROFESSORT MAG. JOSEF EICHINGER

Prälat OStR Professor Mag. Josef Eichinger starb am 16. Dezember in Wien an einem Krebsleiden.


Professor Eichinger war ein Sir. Als Priester und als weltzugewandter Medien-Manager. Stets top, stets durchtrainiert und leistungsbetont, eine natürliche Autorität verströmend. Damit befand er sich in einer Linie mit jenen großen kirchlichen Medienleuten, die in der Nachkriegszeit Österreichs Medienlandschaft maßgeblich mitgestalteten. Wie sein Vorgänger als NÖ-Pressehaus-Boss, Prälat Franz Williger, Gründungsmitglied unseres Verbandes. Mehr als vierzig Jahre lang dauerte Eichingers Medienengagement, 1974 begann es mit der Aufgabe eines Geistlichen Assistenten der heute nicht mehr existierenden Katholischen Hörfunk- und Fernsehkommission Österreichs. Bereits vier Jahre später wurde Eichinger Obmann des 1874 als „Katholischer Preßverein“ der Diözese St. Pölten gegründeten Niederösterreichischen Pressvereins, der das Niederösterreichische Pressehaus schuf, und gleichzeitig wurde Eichinger Herausgeber der Niederösterreichischen Nachrichten. Nach dem Tod Willingers 1985 übernahm Prälat Eichinger zusätzlich die Herausgeberschaft von „Kirche bunt“, der erfolgreichen Kirchenzeitung der Diözese St. Pölten; diese Aufgabe behielt er bis zu seinem Tod. Mehr als 30 Jahre, von 1983 bis 2014 war Medien-Prälat Eichinger Vorsitzender des Aufsichtsrates des NÖ Pressehauses.

Josef Eichinger war Donauschwabe, er wurde am 13. November 1927 in der Vojvodina im heutigen Serbien geboren. 1946 erlitt er, damals Gymnasiast, als Angehöriger der deutschsprachigen Minderheit im Tito-kommunisitschen Jugoslawien Internierung und Vertreibung. Österreich nahm den Flüchtling auf. 1954 wurde Prälat Eichinger in St. Pölten zum Priester geweiht.

Unter den Ehrungen für sein Wirken erhielt Prälat Josef Eichinger unter anderem das Goldenen Komturkreuz für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich und den Ehrenring der Landeshauptstadt St. Pölten.
Der Verband dankt Josef Eichinger den Druck der Festschrift zum 50-Jahr-Jubiliäum.

Das Sterbliche an Prälat Josef Eichinger wurde in der Gruft des Domkapitels am Städtischen Friedhof von St. Pölten beigesetzt.

Gabriele Neuwirth

Parte: http://kath-publizisten.at/kathpub/images//eichinger%20josef_parte.pdf
Nachrufe: http://www.kathpress.at/goto/meldung/1330877/st.-poeltner-medien-praelat-josef-eichinger-verstorben
http://www.noen.at/nachrichten/noe/kultur-gesellschaft/Praelat-Josef-Eichinger-verstorben;art79522,695516

 

 

DR. RICHARD PICKER

Wir trauern um unser Verbandsmitglied Dr. Richard Picker, der am 16. September gestorben ist.

Dr. Richard Picker, am 20. Jänner 1933 in Wien geboren, war ein brillanter und streitbarer Publizist. Oft wurde er als Psychotherapeut und verheirateter Priester zu heißen Diskussionen in den ORF geladen. Bereits während seines Theologiestudiums in vorkonziliarer Zeit konnte Richard Picker, Rix genannt, junge Menschen durch seine Sprache über den Glauben und seine hohe Musikalität faszinieren.

Richard Pickers Bücher geben ein gutes Bild der Entwicklung der Psychotherapie, im religiösen Bereich gingen seine publizistischen Beiträge tiefer als bloße kirchliche Debattenbeiträge. In seinem Buch “Das Ende vom Lied“ zeigt er seinen eigenen Weg; ein auch zeitgeschichtlich spannendes Werk (Czernin Verlag, ISBN 978-3-7076-0225-8). Tröstlich das Wort aus dem Johannesevangelium auf der Parte: „Wer an mich glaubt, aus dem werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“

Die Verabschiedung erfolgte am 24. September in der Feuerhalle des Wiener Zentralfriedhofs, das Requiem wurde am 5. Oktober in der Wiener Jesuitenkirche gefeiert.
Kondolenzadresse: Christl Picker, Kinderspitalgasse 4/13, 1090 Wien
Parte: http://kath-publizisten.at/kathpub/images//parte%20dr.%20richard%20picker.pdf

 

 

ERNST TROST

Am Freitag, 24. Juli 2015, starb Ernst Trost im Landesklinikum St. Pölten an den Folgen eines Kreislaufzusammenbruchs, den er im Donau-Strombad Kritzendorf erlitten hatte.Requiem: Freitag, 4. September, 18 Uhr, Stephansdom, Wien.

Ernst Trost, geboren am 11. Februar 1933 in Knittelfeld, besuchte das nahe gelegene Stiftsgymnasium Seckau. „Das geistige Erbe des Benediktinerordens hat auch unser Leben tief geprägt“, schreibt Ernst Trosts Maturakollege Botschafter i. R. Dr. Wolfgang Wolte in seinem Nachruf in der Kronenzeitung. Als Steirer hatte Ernst Trost sein journalistisches Leben bei der Kleinen Zeitung begonnen, 1954, als Hans Dichand deren Chefredakteur war. Beide zog es bereits ein Jahr später nach Wien zum „Neuen Kurier“, und 1959, als Hans Dichand und Kurt Falk die Kronen Zeitung gründeten, holten sie Ernst Trost in die Redaktion. Im letzten Jahr des Express, 1970/71, in dem das Boulevardblatt von Dichand und Falk übernommen worden war, war Trost dessen Chefredakteur. Nach der Express-Einstellung kehrte Trost in die Kronen-Zeitungs-Redaktion zurück. Über seine Arbeit in der Krone schreibt Paul Lendvai: „Ernst Trost war ein im wahrsten Sinn des Wortes außergewöhnlicher Mensch: ein internationaler Publizist, der in modellhaft kurzen Texten fast täglich seit Jahrzehnten kenntnisreich und unbestechlich Menschen und Mächte in der Weltpolitik analysiert hat, ein hochbegabter Autor … und ein Schöpfer von beispielhaften TV-Dokumentationen.“

Ernst Trost, der seit der Frühzeit des Verbandes katholischer Publizisten Österreichs unser Mitglied war, rief bei manchen Kollegen und Kolleginnen aus der Medienszene ein Paradoxon hervor: Über die Kronenzeitung sprachen sie zuweilen extrem negativ, über den Kronenzeitungs-Journalisten Ernst Trost mit äußerstem Respekt und Hochachtung. Der frühere Verbandsvorsitzende Hubert Feichtlbauer dazu: „Ernst Trost war für viele kritische Zeitgenossen nicht nur das freundliche Gesicht der Krone, sondern eins der sympathischesten Herzeigegesichter des österreichischen Journalismus überhaupt.“

Die Beisetzung des Sterblichen an Ernst Trost fand am 7. August im Sieveringer Friedhof statt.

Gabriele Neuwirth, Vorsitzende

Hinweis: In seinem Nachruf für Ernst Trost erwähnt Paul Lendvai, dass Trost für das aktuelle Heft der von Lendvai redigierten Europäischen Rundschau „über das außergewöhnliche Leben der Margarete Ottilinger, den rätselhaften Fall des von den Sowjets seinen Jahre lang im Gulag inhaftierten Management-Wunderkindes, eine spannenden Buchbesprechung verfasst hatte“. Es ist die Besprechung des in Neuauflage erschienen Buches unseres Verbandsmitgliedes Ingeborg Schödl, „Im Fadenkreuz der Macht“, Verlag Czernin. Infos: http://www.czernin-verlag.com/buch/im-fadenkreuz-der-macht?PHPSESSID=1jnvdqq12c9q3g6ttf886agk67

Nachrufe

http://www.kleinezeitung.at/s/kultur/4783985/Nachruf_KroneUrgestein-Ernst-Trost-gestorben-

http://www.krone.at/Oesterreich/Krone-Kolumnist_Ernst_Trost_gestorben-Tiefe_Trauer-Story-463980

http://derstandard.at/2000019669729/Das-gute-Gewissen-der-Krone-Ernst-Trost-ist-tot

http://www.kathpress.at/site/nachrichten/database/71500.html

Vita

https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Trost

 
Franz Grabner

starb nach langer schwerer Krankheit am 13. Mai, am 1. November wäre er 60 geworden. Er war zuletzt Leiter der Kulturdokumentation im ORF-TV und zuständig für die Sendereihen „art.genossen“ und „dok.film“. Franz Grabner war nicht nur ein Ausnahmejournalist, er war auch in seiner Bescheidenheit und in seiner unaufdringlichen Zugewandtheit zu den Menschen eine Ausnahme. Ohne Lärm erfand er für das von ihm und Verbandsmitglied Peter Pawlowski konzipierte „kreuz und quer“ unglaubliche Sendungsinhalte, auch verrückte. Diese Plots verwirklichte er in höchster Professionalität, leidenschaftlich und immer auch menschenliebend. Grandios brachte er Religiöses säkular geprägten Menschen nahe.
Franz Grabner, in Güssing geboren, kam aus der Grazer Leechgassen-Journalistenschmiede des einstigen Hochschulseelsorgers Bischof Egon Kapellari. Das kulturelle Umfeld, das das Studentenhaus Leechgasse 24 bot, förderte Franz Grabens Liebe zum Film. Im Printbereich war er Mitbegründer von „Denken&Glauben“, der anspruchsvollen Zeitschrift der Hochschulgemeinde, und er war auch Chefredakteur der Kärntner Kirchenzeitung „Sonntag“. Für "kreuz und quer" erhielt Franz Grabner  den Fernsehpreis der Erwachsenenbildung 2000, den Claus-Gatterer-Preis und eine "Romy". Viele seiner Dokumentationen wurden auch international ausgezeichnet, etwa mit dem Golden Gate Award für "Stalin - Der rote Gott" (2003) und mit der Golden World Medal beim New York Filmfestival für "IMAGINE Imagine" (2005).

Wie in der Parte vermerkt, ist an die Schaffung eines „Franz-Grabner-Preises für Dokumentarfilm“ gedacht. Die Trauerfeiern fanden in der Wotruba-Kirche in Wien-Mauer und in der Grazer Leechkirche statt. Die Urnenbeisetzung erfolgte im Familienkreis.

Parte: http://trauer.kleinezeitung.at/Trauerfall/Franz-Grabner

Nachrufe: http://religion.orf.at/stories/2710600/
http://www.katholische-kirche-steiermark.at/?d=dioezese-trauert-um-franz-grabner#.VWhci1q374U

 

 

IVAN MERLAK

Am Mittwoch, 4.März, wurde in Laibach Prälat Dr. Ivan Merlak begraben. „Ohne die Unterstützung der Kollegen aus dem österreichischen Verband katholischer Publizisten wäre ich ins Gefängnis gekommen“, hatte Merlak oft gesagt. Wie sein Nachfolger als Herausgeber und Chefredakteur der slowenischen katholischen Wochenzeitung „Dru˛ina“ („Familie“), Janez Gril, berichtete, waren 1974, zur Zeit des Kommunismus in Slowenien, Dr. Ivan Merlak als Herausgeber, und Dr. Drago Klemenčič als Chefredakteur der „Dru˛ina“ vor Gericht gestanden, weil sie mit ihrem Engagement für die Mission in Afrika sehr erfolgreich waren. In zwei Jahren liefen acht Prozesse. „Prälat Merlak war stets überzeugt, dass er nur deswegen frei geblieben ist, weil die Kollegen vom österreichischen Publizistenverband mehrmals bei ihm waren und bereit waren, über solche  Verurteilungen in Österreich und in ganz Europa zu berichten und dagegen zu protestieren. Und die kommunistische Partei hatte das gewusst!“, sagte Janez Gril im Gespräch mit der Verbandsvorsitzenden Gabriele Neuwirth.
Prälat Ivan Merlak, der 92-jährig nach kurzer Krankheit starb, war dem Verband katholischer Publizistinnen und Publizisten Österreichs durch Jahrzehnte verbunden gewesen. Noch zu Zeiten des Kommunismus im damaligen Jugoslawien, vor knapp einem halben Jahrhundert, kam es durch sein Engagement zu Begegnungen zwischen Medienleuten aus Slowenien, Kroatien, Österreich, Deutschland, der Schweiz und Südtirol. Die österreichischen Medien danken Prälat Merlak einen tiefen Einblick in die Machtverhältnisse im Bereich Slowenien, als es kaum einen Informationsfluss gab. Merlak war eine große journalistische Persönlichkeit, gewitzt, klug, mit einem herzlichen Lachen und äußerst liebenswürdig. 

 

CR I.R. DR. THERESE KRAUS

Pionierin im Agrarjournalismus – erste österreichische Chefredakteurin

Dr. Therese Kraus, die langjährige, legendäre Chefredakteurin des „Österreichischen Bauernbündler“ (Vorgänger der heutigen „BauernZeitung“), starb nach einem Sturz im Dezember am 21. Jänner im 89. Lebensjahr in Wien, am 9. Februar wurde das Sterbliche an ihr in Kronberg, Weinviertel, beigesetzt.


Therese Kraus wuchs in Kronberg als Tochter des späteren ersten Landwirtschaftsministers der Zweiten Republik, josef Kraus, auf. Von 1965 bis 1982 wirkte sie als anerkannte, wortgewaltige Chefredakteurin des „Österreichischen Bauernbündler“. Sie galt auch als die Chronistin des Bauernbundes. Als Journalistin hochgeschätzt, wandte sich Dr. Richard Barta, 1986 verstorbenes Verbands-Gründungsmitglied und kathpress-CR, stets an Therese Kraus, wenn es galt, für Kardinal König eine Rede zu schreiben, die den landwirtschaftlichen Bereich betraf.

Auch in ihrer Pension ab 1982 blieb Therese Kraus publizistisch tätig und politisch interessiert. Sie war die letzte lebende, in Wort und Schrift brillante und glaubwürdige  Zeugin der agrarpolitischen Geschichte Österreichs im und nach dem Zweiten Weltkrieg. In ihrer geradlinigen, hilfsbereiten und klugen Art förderte sie die Stellung der Frau im bäuerlichen Bereich. „Sie redete nicht nur von christlichen Werten, sondern lebte sie vor“, schrieb der em. Präsident des Agrarjournalisten-Verbandes Prof. Ing. Paul Gruber in seinem Nachruf. 

 

DR. OTTO SCHÖNHERR

Publizistenverband verlor sein letztes lebendes Gründungsmitglied

Mitten unter dem Journalisten-Gewusel tauchte er bis vor wenigen Monaten regelmäßig auf, interessiert an Neuem, vermeintliche Aufregungen des Tages mit einem Lachen kommentierend und trotz manch scharfem Kommentar liebenswürdig: Dr. Otto Schönherr, einziges noch lebendes Gründungsmitglied unseres Verbandes. In letzter Zeit öfter krank, starb er heute, am Freitag, 23. Jänner 2015. Am 7. März wäre Otto Schönherr 93 geworden.

Otto Schönherr stand von 1959 bis 1986 als erster politisch nicht zuordenbarer und von unabhängigen Zeitungen bestellter Chefredakteur an der Redaktionsspitze der Austria Presse Agentur. Seine journalistische Karriere startete er 1947 als Übersetzer und Redakteursaspirant bei der APA. Mit dem Wiedererscheinen der Tageszeitung „Die Presse“ wechselte er 1948 zu ihr, 1954 wurde Schönherr Chefredakteur der „Kleinen Zeitung“ in Graz, ab 1959 übernahm er bis zur Pensionierung die Chefredaktion der APA.
 
Am 15. April 1957, bei der konstituierenden Generalversammlung des Verbands katholischer Publizisten Österreichs in Wien, bildete Otto Schönherr, damals „Kleine Zeitung“-Chefredakteur, gemeinsam mit Kurt Skalnik, René Marcic, Benedikt Posch und Richard Barta die Journalisten-Gründungsgruppe.

Zu Otto Schönherrs Neunziger führte Verbandsmitglied Alexander Zechmeister, den 60 Jahre von Schönherr trennten, mit unserem Gründungsmitglied ein Interview. Zechmeister fragte nach der journalistischen Berufs-Ethik, Schönherr antwortete: „Ich gelobte 1948 als Doktor der Philosophie, das erwartete Wissen nicht um schnöden Gewinnes oder eitlen Ruhmes willen zu nutzen, vielmehr um die Wahrheit zu verbreiten. In der heutigen Zeit, mit all ihren technischen Möglichkeiten, hat sich an der grundethischen Auffassung des Journalismus nichts geändert.“

Diese Haltung bestimmte auch die 27 Jahre der APA-Chefredaktion Otto Schönherrs. Bei der Auszeichnung mit dem Concordia-Preis für das Lebenswerk im Jahr 2012 sagte Laudator und „Furche“-Herausgeber Verbandsmitglied Heinz Nußbaumer, dass Schönherr in seiner Amtszeit die APA „vom Kellerkind des Agenturwesens zu einem kleinen und feinen Nachrichtenkonzern und zum wichtigsten Nachrichtenlieferanten unserer Republik aufgebaut“ habe. Schönherr habe den heimischen Medien den Zugang zur Welt vermittelt und das Bild Österreichs in der Welt mitgestaltet, außerdem habe er in der APA ein unbestritten hohes journalistisches Ethos etabliert: „Es war Schönherr, der dem rot-weiß-roten Proporz-Kraken den Boden entzogen hat“, sagte  Nußbaumer. Interventionen seien bei ihm „erkennbar sinnlos gewesen“.

Eine bedeutende Reihe von Medienleuten dankt Otto Schönherr eine gute Förderung in journalistischen Anfangsjahren. Darunter Verbandsmitglied Hermine Schreiberhuber, ehemalige stellv. Außenpolitik-Ressortleiterin der APA. „Schönherr hatte sofort erkannt, dass er mich nicht am Schreibtisch anbinden konnte“, erzählt Hermine Schreiberhuber: „Prof. Otto Schönherr wird uns als großartiger Mensch im professionellen wie im persönlichen Umgang in lebhafter Erinnerung bleiben. Als Journalist war er ein weltgewandter Kosmopolit, im Auftreten verkörperte er einen Sir der alten Schule. Menschlich strahlte er viel positive Energie aus – mit seinem Esprit und seiner Quirligkeit konnte er Alt und Jung in der Medienbranche gleichermaßen begeistern. Und als Chefredakteur hatte er das Gespür, seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen richtig einzusetzen.“
Gabriele Neuwirth, Vorsitzende

Die Beisetzung erfolgte in Unterach am Attersee.

 

HANSJAKOB STEHLE

 

Der deutsche katholische Publizist, Historiker und Vatikanspezialist Hansjakob Stehle, dem der Verband gute Begegnungen, Gespräche und Diskussionen verdankt, starb 87-jährig in München.  
Nachruf in der kathpress: https://redaktion.kathpress.at/action/kpprod/download?&p=328&c=e1f5
Nachruf in der ZEIT: http://kath-publizisten.at/kathpub/images//%2Bhansjakob%20stehle%2B_die%20zeit.doc

 

 

 

 

 

 

TRAUER IM JAHR 2014

 

Verbandsmitglied Erika Weinzierl 

starb am 28. Oktober im Alter von 89 Jahren. Erika Weinzierl war eine große Persönlichkeit der österreichischen Nachkriegsgeschichte und sie sorgte vehement dafür, dass sich die Menschen in Österreich mit der Vorkriegsgeschichte, der NS-Zeit und ihren katastrophalen Folgen, beschäftigen. Als Professorin für Zeitgeschichte an den Universitäten Salzburg und Wien verlangte sie von ihren Studentinnen und Studenten – darunter zahlreiche Medienleute – viel; sie verstand, durch Wissensvermittlung den Blick für Anfänge undemokratischer Entwicklungen zu schärfen.

In ihrer Jugend gehörte Erika Weinzierl – damals noch Erika Fischer – zum Kreis rund um den damaligen Wiener Studentenseelsorger Karl Strobl, eine Gruppe, die sich dem geistigen Widerstand gegen das NS-Regime verpflichtet sah. 1961 wurde Erika Weinzierl habilitiert, und knapp danach machte sie, die bekennende Katholikin, das Verhalten der katholischen Kirche in der NS-Zeit zum Thema. Das war mutig und notwendig, es brachte ihr nicht nur Freunde.

Erika Weinzierl war als Autorin von 30 Büchern und hunderten Fachartikeln Mitglied unseres Verbandes. Wir danken ihr zahlreiche Diskussionen und wir danken ihr, dass sie von Journalistinnen und Journalisten, die ihre Arbeit in christlichem Sinn verstehen, stets den Mut zum Widerstand, gepaart mit unabdingbar sorgfältiger Recherche, forderte.
Das Sterbliche an Erika Weinzierl wurde in einem Ehrengrab der Stadt Wien beigesetzt.

Mag. Gabriele Neuwirth, Vorsitzende und em. Studentin bei Erika Weinzierl

 


Verbandsmitglied Prälat Mag. Elmar Mayer

starb am 15. September im 76. Lebensjahr. Elmar Mayer war als junger Priester für die kathpress tätig. Er war Ehrenprior des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem und Konventualkaplan a.h. des souveränen Malteser Ritterordens.
Parte: http://kath-publizisten.at/kathpub/images//parte_elmar-mayer_rz.pdf

 

 

 
Verbandsmitglied Gerold Christian

gehörte zur Schar der profilierten Innenpolitik-Journalisten; er  starb am 18. August 76jährig und ist in Altaussee begraben. Gerold Christian, der am 19. Mai 1938 geboren wurde, war ein präzise arbeitender Journalist mit einer klassischen österreichischen Innenpolitiker-Karriere, die interessante Brüche aufwies: 1959 begann er beim Kurier, zeitweise arbeitet er beim ORF. 15 Jahre (1970 bis 1985) leitete er die Wiener Redaktion der Salzburger Nachrichten. Dann wurde Gerold Christian Pressesprecher von Bundespräsident Waldheim. Danach holte ihn Oscar Bronner in die Gründungsredaktion des Standard, in dem er die Innenpolitik-Redaktion leitete. Gerold Christian war liebenswürdig und respektierend in der Begegnung, auch in den Gesprächen mit den jungen Kollegen; er engagierte sich in der Journalistengewerkschaft und im Presserat.
Parte: http://kath-publizisten.at/kathpub/images//parte%20gerold%20christian.jpg

Hubert Lehner in neuer Wohnung

Ein Pionier der katholischen Medienwelt ist im 86. Lebensjahr gestorben


Im Haus des Vaters gibt es viele Wohnungen (Jo 14, 2). Diejenige, die Hubert Lehner am 30. Juni 2014 nach fast 86 Lebensjahren bezogen hat, wird sehr einfach, aber sehr bequem sein. Einfach, anspruchslos, bescheiden war lebenslang sein ganzes Wesen. Aber der nimmermüde Arbeiter, der sich auch im Alter kein gemütliches Atemholen gönnte und dem auch kein geruhsames, schmerzloses Sterben beschieden war, hat sich ein großes, vollendendes Ausruhen in der Ewigkeit verdient.

Schon früh in seinem Berufsleben übersiedelte er aus der Wasserrechtsabteilung der o.ö. Landesregierung in den Landesverlag Linz, wo sein Arbeitsethos, sein Pflichtbewusstsein und sein Effizienzdenken zu raschem Aufstieg führten. Das Gründerkonzept des Katholischen Pressvereins, nämlich mit Druckereien, Papier- und Buchhandlungen Geld zu verdienen, mit dem man sich Zeitungen zur Förderung christlicher Ziele im öffentlichen Leben leisten kann, war in seinem Berufsbild fest verankert.

Lehner wurde Generalsekretär, später  Generaldirektor des diözesanen Pressvereins. Dessen regionale Wochenzeitungen, die als eigenverantwortliche, weltnahe Presserzeugnisse mit katholischer Grundierung auftraten, waren Marktführer bei den Printmedien des Landes, als sie an private Eigentümer verkauft wurden, was die Diözesankassen füllte. Kurzfristig. Im Internet-Impressum dieser Blätter stehen unter „Grundlegende Richtung“ heute nur drei Punkte…

Lehner aber, der in seiner Studentenzeit Bundesführer der Katholischen Jugend Österreichs gewesen war,  nutzte seine Positionen, um viele Initiativen zu Gunsten katholischer Medien in Ostmitteleuropa schon zur Zeit zu entfalten, als diese noch sowjetrussisch geknebelt waren, und jahrelang noch nach der „Wende“ 1989. Schon in den Sechzigerjahren besuchte er katholische Verlage in Kroatien, Slowenien, Tschechien, Polen (viele Freundschaften mit dem späteren zweimaligen Außenminister Wladyslaw Bartoszewski entwickelten sich), Ungarn, Slowakei, Litauen - ja selbst Albanien und Russland erreichten Lehners Wohltaten. Bibeln und Gebetbücher wurden über Grenzen geschmuggelt, später örtliche Druckwerke und Neubauten gefördert, Personenaustausch organisiert, immer wieder Gelder bei internationalen Hilfswerken in Österreich, Deutschland, den USA und anderen Ländern geschnorrt .

In unserem Publizistenverband  bewährte sich Hubert Lehner Jahrzehnte lang in Leitungsfunktionen, vor allem als Kassier und als Ideenlieferant. Das zeigte sich nicht zuletzt beim wohl durchdachten 32-Seiten-Konzept für alle kirchlichen Medienorgane, das die Bischofskonferenz 1985 erbeten und 1986 erhalten hat . Auf eine Empfangsbestätigung wurde vergessen, auf eine Umsetzung sowieso. Lehner arbeitete intensiv bei der Katholischen Weltunion der Presse (UCIP) mit,  die ihn mit zwei anderen Österreichern zu Ehrenmitgliedern wählte, engagierte sich im Zeitungsverband und bei Kathpress, im diözesanen Osthilfe-Fonds und in der Stiftung Pro Oriente, dozierte über Verlagswirtschaft an der Uni Salzburg.

Auszeichnungen des Landes Oberösterreich und der Diözese Linz sowie viele anerkennende Worte nach seinem Tod skizzieren die Vielseitigkeit seiner Leistungen. Bis vor wenigen Jahren arbeitete er im Linzer Diözesanhaus (und dann noch daheim) an früheren Projekten weiter, ein Leben lang diskret, aber hilfreich unterstützt von seiner Gattin, die wie seine (Zahl?) Kinder um ihn trauert. Lieber Hubert, vergiss uns nicht in deiner neuen Wohnung, wohin unsere Wünsche und Gedanken noch lange wandern werden!

Hubert Feichtlbauer

Das Requiem wurde am 7. Juli in der Pfarrkirche Linz-St. Michael am Bindermichl gefeiert. Die Beisetzung fand im Familienkreis statt.
Kondolenzadresse: Frau Anna Lehner, 4020 Linz, Josef-Scheu-Weg 16, 0732 67 08 19


 

 

TRAUER UM VERBANDSMITGLIED DIETER KINDERMANN

 

Der Verband katholischer Publizistinnen und Publizisten Österreichs trauert um Verbandsmitglied Dieter Kindermann, der am Karfreitag, 18. April, im 75. Lebensjahr an den Folgen eines Herzleidens nach mehrwöchigem Krankenhausaufenthalt in Wien, starb. Dieter Kindermann verfolgte das Verbandsgeschehen mit Aufmerksamkeit, reflektierend und zurückhaltend im Wesen, an vielem interessiert und pointiert in der Diskussion. Als Innenpolitiker der Kronen Zeitung und in seinen Pensionsjahren schrieb er eine Reihe von Büchern im Bereich Kirche, Klöster, Politik und Habsburger.

Die „Kathpress“ in ihrem Bericht über den Tod Dieter Kindermanns: Dieter Kindermann war über 40 Jahre lang politischer Redakteur der Kronen Zeitung und verfasste rund 1.000 Reportagen mit namhaften Zeitzeugen und herausragenden Historikern zur Geschichte der Republik und der Kirche ab 1918. 1999 bekam Kindermann den Leopold-Kunschak-Pressepreis verliehen, 2003 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Commendatore ernannt. Die päpstliche Auszeichnung wurde ihm von Kardinal Christoph Schönborn überreicht. "Kathpress" gegenüber sagte Kardinal Schönborn, die katholische Kirche trauere "um einen Freund". Der Wiener Erzbischof erklärte: "Ich habe persönlich in vielen Gesprächen Dieter Kindermann als sehr wachen, gründlich recherchierenden Journalisten erlebt, der historische und kirchliche Themen mit persönlicher Anteilnahme und immer kompetent behandelt hat. Ich werde diesen Vollblutjournalisten und den ruhigen und fairen Ton seiner Reportagen vermissen.“

Die Begräbnisfeierlichkeiten fanden im Familienkreis statt. Das Requiem wurde am Donnerstag, 22. Mai, 19 Uhr, mit Kardinal Christoph Schönborn im Stephansdom gefeiert.

Parte: http://kath-publizisten.at/kathpub/images//dieter%20kindermann_parte.pdf

 

 

 

 

 

 

 

 

TRAUER IM JAHR 2013

 

Mag. phil. Dr. theol. Pater Augustin (Anton) Pötscher
starb am 9. Oktober, erst 58-jährig. Nicht wenige Verbandsmitglieder werden die originelle Art der Medienarbeit von „Bruder Augustin“ in guter Erinnerung haben. Er verbrachte seine letzten Jahre im Servitenkloster Innsbruck und schrieb als leidenschaftlicher Journalist und geborener Defereggentaler trotz seiner langjährigen Krankheit bis zuletzt im „Osttiroler Boten“.
Parte: http://kuratorium-bestattung.com/index.php/sterbefaelle-2?task=sterbefall.detail&st_id=3319
 

 

Ein journalistischer Gentleman hat mit Felix Gamillscheg am Samstag, 24. August, im 92. Lebensjahr den letzten Weg zu Gott angetreten. Als Redakteur der „Presse“ und späterer Chefredakteur von Kathpress und „Furche“ war Professor Gamillscheg ein vorbildlicher Journalist: bei Meldungen um Tatsachentreue bemüht, in Kommentaren kritisch-loyal, vornehm und unbestechlich. Rühmliche Pionierarbeit leistete er mit der Gründung des später vom Ministerium wieder abgedrehten Informationsdienstes für Bildungspolitik und Forschung sowie als Leiter der Katholischen Medienakademie. Zwei historische Romane belegen das Schöpfen seines Weltbildes aus Geschichte und Glauben. Als Verbandsmitglied bestach er bis zuletzt durch Haltung, Treue und Hilfsbereitschaft. (hf)  Die Grabstätte von Prof. Felix Gamillscheg befindet sich am Friedhof von Neustift am Walde.

Daten: http://www.kathpress.co.at/site/nachrichten/database/56768.html

Parte: http://kath-publizisten.at/kathpub/images//parte_gamillscheg.pdf


Dr. Elfriede Kreuzeder, Pionierin an der Schnittstelle zwischen Kirchen und Medien, vor allem im Bereich der Ökumene, starb im Alter von 85 Jahren. Sie war die erste altkatholische Priesterin Österreichs und für die Öffentlichkeitsarbeit und die Verbindung zwischen der Altkatholischen Kirche und dem ORF verantwortlich. Sie gehörte zu jenen Personen, die maßgeblich an der Gründung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich 1958 beteiligt waren.
Abschiedsgottesdienst am Samstag, dem 9. März, 18 Uhr, in der altkatholischen Kirchengemeinde „St. Salvator“ Wien Innen, Wien 1, Wipplingerstraße 6/Altes Rathaus.

 

Professor Zopp. Am 31. Jänner 2013 wurde die Urne mit der Asche unseres Verbandsmitgliedes Prof. Johannes Zopp im Wald der Ewigkeit beim Baum der Treue beigesetzt.


Professor Johannes Zopp verwirklichte eine im Journalismus nicht seltene Kombination: Überzeugter Lehrer, streitbarer Journalist, glühender Organist. Wir erinnern uns gerne an Jours fixes, bei denen er der Diskussion eine unerwartete Wendung gab. Gewaltig in Gestalt und Wortwahl.

Johannes Zopp wäre am 4. Februar 85 Jahre alt geworden. In den Wochen vor seinem Tod am 23. Dezember 2012, zitierte er Freunden gegenüber André Heller: „Der Tod ist nur die Türe, durch die wir nach Hause gehen.” Das Requiem wurde in der Wiener Pfarre Arsenal, in der er wohnte und der er sehr verbunden war, gefeiert.

 

2012: TRAUER UM P. JOSEF GARCIA-CASCALES
 
Verbandsmitglied P. Josef García-Cascales ist am 8. September im 85. Lebensjahr gestorben. Wir trauern um einen herzwarmen, spritzig-witzigen, blitzgescheiten  Menschen, dem wir für viele Jahre der Mitgliedschaft danken, vor allem  aber für seine spirituelle Begleitung. P. Josef, ein  spanisch-österreichischer Claretinerpater, geb. 1928, führte 1960 die  Cursillobewegung im deutschsprachigen Raum ein und leitete diese bis  2003. Er hat 40 Jahre lang die Zeitschrift der Cursillobewegung  „Evangelium heute“ herausgegeben. Publizistisch liebte er die kleine  Form, mit nahezu zwei Millionen Exemplaren seiner Schriften erreichte er Herz und Hirn von Millionen Menschen. Ein „Kleinkatechimus“ aus seiner Feder erscheint posthum in wenigen Wochen. Sein außerordentliches  Charisma vermittelte tausenden Menschen die Liebe als zentrale Botschaft des christlichen Glaubens. Unverbrüchliche Treue zur Kirche hinderte  ihn nicht, Krisen wahrzunehmen und Kritik offen auszusprechen.

 
Der zweite Kreuzgang, der singt

Das Buch von Rainer Straub über die Bildanordnung der romanischen Kapitelle des Kreuzgangs der Abtei Moissac, Provence, die einen Choral ergibt, war für Menschen, denen Romanik und Choräle viel bedeuten, hinreißend. Nun beschreibt er die „DIE SINGENDEN STEINE VON MONREALE“. Der im Bildprogramm gefundene Choral ist wieder  – gesungen von der Grazer Choralschola – als Audio-CD beigegeben.
 Besprechungsexemplare, Cover, Interviews mit dem Autor: Brunner Barbara PR Verlage Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie sie sehen können  



2012: BERICHT GENERALVERSAMMLUNG

Bei der Generalversammlung am 26. Juni wurde der Verbandsvorstand neu gewählt, Statutenänderungen wurden beschlossen.


 Wir danken den 162 Verbandsmitgliedern, die sich an der Wahl beteiligten, die gewählten Vorstandsmitglieder werden versuchen, das in sie gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen.
 Das Ergebnis der Wahl des Verbandsvorstandes:
 Vorsitzende:
 Mag. Gabriele Neuwirth, (Freie Journalistin)
 Stellvertretende Vorsitzende:
 Mag. Josef Pumberger und Mag. Dr. Eva Maria Hoppe-Kaiser (Redakteurin, ORF/TV/Report)
 
Vorstandsmitglieder:

 

Johannes Auer (Redakteur Explizit.net, Innsbruck, erstes orthodoxes Vorstandsmitglied)
Mag. Rosina Baumgartner (Chefredakteurin, Ehe und Familien)
Mag. Andreas Csar ( Öffentlichkeitsarbeit Verband Österreichischer Zeitungen - VÖZ)   Mag. Michaela Ecklbauer-Niedermoser (Redakteurin, Neues Volksblatt)
Andreas Gutenbrunner (Redakteur, Kathpress)
Prof. Roland Machatschke (em. Chefredakteur, ORF)
Mag. Marcus Marschalek (Redakteur, ORF/TV)
Mag. Rudolf Mitlöhner (Chefredakteur Die Furche)
Mag. Monika Resler (Pressereferentin Verlag Tyrolia, Innsbruck)   
Franz Josef Rupprecht (Selbständiger Pressefotograf)
Monika Slouk (Medienbüro Ordensgemeinschaften Österreichs)
Gerhard Tschugguel (Generalsekretär Katholische Medien Akademie)
Dr. Hans Winkler (Freier Journalist, Kolumnist bei der Tageszeitung Die Presse, em. Leiter der Wiener Redaktion der Kleinen Zeitung)
Mag. Sophie Wöginger-Mumbauer (Redaktion DON BOSCO MAGAZIN, Pressereferentin Don Bosco Österreich)
MMag. Dr. Paul Wuthe (Chefredakteur Kathpress, Leiter des Medienreferates der Österreichischen Bischofskonferenz, Berater des päpstlichen Medienrates)
  
Geistlicher Assistent
P. Mag. Gottfried Wegleitner (Kommentator bei ORF-Fernsehgottesdiensten, Provinzvikar der Franziskaner)
  
  Mitglieder des Schiedsgerichts:
  Mag. Elvira Groiss (Chefredakteurin, „Der Sonntag“)
  Prof. Ingeborg Schödl (Freie Journalistin, Autorin)
  Dr. Peter Pawlowsky (Freier Journalist, Autor)
  
  Rechnungsprüfer:
  Mag. Reinhard Hampel (em. Chefredakteur der „Österreichischen Ärztezeitung“)
  Dr. Walter Schaffelhofer (em. Geschäftsführer des Verbandes Österreichischer Zeitungen)

 

 STATUTENÄNDERUNG
 
Bei der Generalversammlung wurde in den Statuten nachvollzogen, was der Verband bereits lange ist: Die Mitgliedschaft ist für alle Christinnen und Christen offen, die einer der Kirchen angehören, die zum Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich gehören.

 

REFERAT UNIV.-PROF. DR. INGEBORG GABRIEL BEI DER GENERALVERSAMMLUNG

                    

Grundlage für eine Diskussion zum Thema Europa/Ökonomie/Kirchen bildete ein Referat der O. Univ.-Prof. Dr. Ingeborg Gerda Gabriel, Vizedekanin der Theologischen Fakultät Wien und Vorständin des Instituts für Sozialethik ingeborg Gabriel. Dazu zum Downloaden als Pdf-doku einen Beitrag zum Thema, den Ingeborg Gabriel für eine Festschrift schrieb: http://kath-publizisten.at/kathpub/images//artikel_der-beitrag-der-kirchen_eine-provokation-fu%26%23776%3Br-die-o%26%23776%3Bkonomie.pdf
 
LINKS ZUR GENERALVERSAMMLUNG
http://www.kathpress.at/site/nachrichten/database/47777.html
http://religion.orf.at/projekt03/news/1206/120627_kathpub.html
http://www.kathpress.at/site/nachrichten/database/47782.html
 

 

 


TIPPS

 

EU-Informationsdienst

www.euractiv.de – Das Portal-Netzwerk für Europäische Nachrichten, Hintergründe und Politikpositionen www.euractiv.com – www.euractiv.de verfügt über Redaktionen in Berlin, Brüssel, Paris und vielen weiteren Hauptstädten Europas. Seit kurzem gibt es eine eigene Österreich-Sektion, die von Verbandsmitglied Herbert Vytiska redaktionell betreut wird.

Das Portal bietet Verbänden, NGOs, Parteien und Stiftungen, die kein Sponsoring betreiben dürfen, eine Mitgliedschaft als EurActeur - in Deutschland, in Brüssel oder europaweit im Netzwerk von EurActiv.

Finanziert wird das Portal durch Mitgliedsbeiträge und Sponsoren wie die Robert Bosch Stiftung, die auch Journalistenförderung betreibt:  http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/html/1544.asp . Einer der Sponsoren der Österreich-Sektion ist die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich.

 

TIPP ZUR DISKUSSION QUALITÄT IN DEN MEDIEN

525 von 550 Beiträgen waren nicht ausreichend als bezahlter Inhalt gekennzeichnet. 
Der PR-Ethik-Rat untersuchte für seine Studie über „Schleichwerbung in Österreich“ 550 Beiträge aus österreichischen Zeitungen, 325 davon waren nicht ausreichend als bezahlter Inhalt gekennzeichnet.
Mehr zur Schleichwerbung, die der Qualität in den Medien massiv schadet ,und Interview-Adressen zum Thema: http://www.prethikrat.at/fileadmin/prethikrat/img/Presseaussendungen/11_PA_PK_Ethik-Rat_0520_StudieSchleichwerbung.pdf


TIPP ZUM URHEBERRECHT

Die EU- Kommission präsentierte ihre Strategie zum Schutz von geistigem Eigentum im Internet (IPRED).
Neben EU-weiten Vorschriften für Verwertungsgesellschaften und einer einfacheren Lizenzierung für "verwaiste Werke" will der zuständige Kommissar Michel Barnier Probleme wie illegale Downloads "an der Wurzel" bekämpfen.
Infos:

http://help.orf.at/stories/1683096/
http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/11/630&format=HTML&aged=0&language=DE&guiLanguage=en



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VERBAND IN DEN MEDIEN

Matthias Beck über Stammzellenforschung beim Oktober-Jour fixe 2011

Mehr dazu: http://www.dersonntag.at/news/articles/2011/10/12/a5815/detailinfo

 

TRAUER

 

2012: Prälat Wilhelm Müller, „Fernsehpfarrer der ersten Stunde”,

starb am 17. Jänner nach langem Krebsleiden in Wiener Neustadt. Unmittelbar nach der ORF-Reform von 1967 legte er, der als Zentralgestalt kirchlicher Medienarbeit gilt, die Basis für die Zusammenarbeit von katholischer Kirche und ORF. Der 1937 in Kleinwolkersdorf geborene Wilhelm Müller schrieb Drehbücher für die ORF-Sendung "Feierabend" und kommentierte kirchliche Großereignisse wie Katholikentage, Papstwahl und Papstbesuche in Österreich. Sein Mödlinger Pfarrhaus war stets Begegnungsstätte, in der Verantwortliche des ORF und Verantwortliche der Kirche zum Dialog zusammenkommen konnten. Prälat Müller war auch Chefredakteur von "miteinander", der Illustrierten des "Canisiuswerks". In den letzten Jahren lebte Prälat Wilhelm Müller, der lange Jahre Verbandsmitglied war, in Lanzenkirchen. Das Grab befindet sich am Friedhof Mödling. 

 

2011: Verbandsmitglied Professor Ernst Wolfram Marboe

starb am 12. Jänner nach schwerer Krankheit in Perchtoldsdorf. Der ehemalige ORF-Programmintendant und Miterfinder der Aktion "Licht ins Dunkel" wurde am 10. August 1938 in Wien geboren. Er besuchte das Wiener Realgymnasium Schottenbastei, studierte Regie und Schauspiel, Theaterwissenschaften und Germanistik in Wien und war dann war bei den Bregenzer und Salzburger Festspielen tätig. Seine Karriere beim ORF begann Marboe 1961 als Autor und Regisseur. 1971 wurde Ernst Wolfram Marboe zum Leiter der Abteilung Hörspiel und Literatur im Landesstudio Niederösterreich bestellt, 1976 zum Intendanten des niederösterreichischen Landesstudios gewählt. Zwei Jahre später wurde Marboe Intendant von "FS 2", von 1984 bis 1993 war er Fernseh-Programmintendant. Marboe verankerte die Kultur in ihren unterschiedlichen Formen im Fernsehen neu (Kunst-Stücke, Cafe Cantral) und sorgte u. a. dafür, dass es wieder TV-Übertragungen aus der Wiener Staatsoper gab. Von 2000 bis 2007 leitete Marboe die Raimundspiele in Gutenstein. Für seine Tätigkeiten wurde er mehrfach ausgezeichnet. Für "Licht ins Dunkel" erhielt er die  "Goldene Kamera", für sein Engagement für das Krakauer Krebskrankenhaus Hospizium Nowa Huta das Komturkreuz des Hl. Lazarus von Jerusalem. Knapp ein Jahrzehnt war Ernst Wolfram Marboe Präsidenten des Österreichischen Akademikerbundes, er gehörte der Katholischen Akademischen Verbindung Bajuvaria (K.A.V. Bajuvaria) im Österreichischen Cartellverband (ÖCV) an.
Das Begräbnis von Verbandsmitglied Ernst Wolfram Marboe,
über dessen Tod wir berichteten, fand am Mittwoch, 25. Jänner, um 13 Uhr auf dem Friedhof von Perchtoldsdorf, Friedhofgasse 3, statt.
Das Requiem wurde am Montag, 30. Jänner, 19.15 Uhr, in der Schottenkirche auf der Wiener Freyung gefeiert.

 

2011: Verbandsmitglied Dr. jur. Paul Schulmeister starb am 5. November

Der frühere ORF-Redakteur und Publizist Paul Schulmeister, 69, hatte seine journalistische Laufbahn 1968 bei der „Welt” begonnen, über drei Jahrzehnte arbeitete er für den ORF. Als Deutschland-Korrespondent war er in Bonn tätig, mitzuständig für die EWG-Berichterstattung aus Brüssel, im ORF-Fernsehen als Leiter der Auslandsredaktion, Moderator und ständiger Kommentator und Chefredakteur-Stellvertreter, und von 1995 bis 2004 arbeitete er abermals als Deutschland-Korrespondent in Bonn und Berlin.
Von 1985 bis 1988 war Schulmeister Präsident der Katholischen Aktion Österreich und von 2005 bis 2008 Präsident des Katholischen Akademiker/innenverbandes Österreichs. 2005 gründete er mit Verbandsmitglied Peter Pawlowsky die "Plattform Christen und Muslime". Schulmeister war Träger des Goldenen und des Großen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich, im Sommer konnten wir ihm zum Gregoriusorden gratulieren. In der Nacht zum vergangenen Samstag erlag er seinem Krebsleiden. Das Sterbliche an Paul Schulmeister wurde am 16. November am Neustifter Friedhof, Wien, begraben.

Sein jüngstes Buch: Wende-Zeiten, Eine Revolution im Rückblick, Residenz-Verlag, ISBN: 978-3-7017-3144-2

Paul Schulmeister starb wenige Tage vor dem 9. November, dem Gedenktag an die Novemberpogrome 1938, die den Übergang von der Diskriminierung der Juden zur systematischen Verfolgung markieren. Wir zitieren den Schlussabsatz des am 31. Oktober in der „Die Presse” unter dem Titel „Wird die Erinnerung an die Shoah leer und kraftlos werden?” erschienenen Kommentars von Paul Schulmeister:

„Um zu verhindern, dass die Erinnerung an den Holocaust kraftlos und leer wird, gibt es also zwei komplementäre Wege. Zum einen vermag das Zeugnis des Einzelnen die Erschütterung über die Generationen hinweg zu tradieren. Zum anderen gilt es, auf kluge Weise eine menschheitliche, nicht nur jüdische Erinnerung anzustreben, die die Leidenserfahrung präsent, die Gerechtigkeitsfrage beunruhigend und die Hoffnung lebendig hält.
Den Gläubigen begleitet dabei das Jesaja-Wort über den Herrn: „Das geknickte Rohr bricht er nicht, den glimmenden Docht löscht er nicht aus“ (Jes 42, 3).”
 

 

Letzte Aktualisierung ( 30.09.2017 )
 
 
   
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